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Mittags bereite ich mir gerne eine farbenfrohe Rohkostsuppe zu. Die stärkt Körper und Geist und macht ziemlich wach. Anfangs war kalte Suppe etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem als meine Rezepte noch nicht ausgefeilt waren. Mittlerweile ist diese Variante meiner Süßkartoffelsuppe absolut köstlich und wärmt durch den mitgemixten Ingwer. Bei kälteren Außentemperaturen trinke ich zusätzlich immer einen Rotbusch-Vanille-Tee dazu, dessen Aroma wunderbar zur Suppe passt.

Ich nehme pro Person 1/3 einer großen Süßkartoffel. Diese wird gewaschen, geschält und grob geschnitten. Im Mixbehälter werden die Süßkartoffelstücke mit Wasser aufgegossen — gerade so viel, dass die Gemüsestücke bedeckt sind. Dazu kommt eine frische Kurkumawurzel, je nach Geschmack ungefähr 5–8 cm, die das Histamin im Körper senkt und antiallergisch wirkt. Je nach Verträglichkeit und gewünschter Schärfe nehme ich auch ein kleines Stück frischen, geschälten Ingwer. Gewürzt wird mit etwas KräutersalzQuendel, Rosmarin und einem Hauch Zimt. 1 Esslöffel rohes Kokosmus mildert die Schärfe des Ingwers und küsst die Süße der Süßkartoffel. Zudem stärkt Kokos das Gehirn, vor allem in roher Qualität, weil darin alle Nährstoffe erhalten sind. Diese Zutaten werden beispielsweise in einem Personal Blender zu einer glatten Suppe gemixt. Als Topping nehme ich Blütensalz, getrocknetes Oregano, Schwarzkümmel und — je nach Verträglichkeit — Kresse oder Schnittlauch. Eine zusätzliche Köstlichkeit sind rohe Kokoschips oder -raspel im Topping.

Das wichtigste Element des Toppings sind die Buchweizenkeimlinge, entweder frisch oder gedörrt. Buchweizen ist in der veganen Rohkostküche ein Grundelement, da dieser alle essentiellen Aminosäuren enthält. Im Keimglas ziehe ich Buchweizenkeimlinge, indem ich die geschälten Samen mittags in Wasser gebe. Dabei bilden diese Schleim, der gut abgespült werden kann. Das mache ich abends, nachdem die Samen mindestens 4 Stunden in Wasser gekeimt haben. Danach bleiben die Samen über Nacht im Keimglas und werden am nächsten Morgen gut gespült. Mittags sind sie schon verzehrfertig. Davor spüle ich sie nochmals kurz durch. Wenn ich viel Buchweizen vorrätig habe und der Dörrautomat bestückt werden mag, kommt der angekeimte Buchweizen wie beschrieben morgens nach dem Keimen bei höchstens 42 °C in das Dörrgerät. Auf dem Foto sind die gedörrten Buchweizenkeimlinge im Topping — in dieser Form in der Vorratshaltung praktisch, da in einem geschlossenen Vorratsglas lange haltbar. Nicht immer habe ich die Zeit, selber zu dörren, dann kaufe ich sie hier. Buchweizen ist tatsächlich oft auch in der geschälten Form keimfähig, das testet man am besten selbst, indem man zunächst nur eine kleine Menge kauft und wie oben beschrieben keimen lässt. Beim Dörren darf der Keimling nicht allzu lange sein, da dieser Schimmel ansetzt, wenn er zu groß ist. Deshalb gebe ich meine Buchweizenkeimlinge immer schon am ersten Tag nach dem Wässern ins Dörrgerät, wenn vom Keimling selbst noch so gut wie kaum etwas zu sehen ist.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeit: Während meiner Histaminausschlussdiät hatte ich Vanille, Ingwer, Kresse und Schnittlauch von meinem Speiseplan gestrichen. Nach einigen Jahren Ausschlussdiät und veganem Clean Eating vertrage ich diese Nahrungsmittel wieder. Das muss jeder, der eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, mit Bedacht selbst austesten. Vor allem industriell behandelte und von Natur aus scharfe Nahrungsmittel sind entweder gar nicht oder immer nur mit Vorsicht zu verwenden.