Falscher Hase1

Mein falscher Hase ist richtig falsch: er besteht hauptsächlich aus Hirse und ist auch sonst rein pflanzlich. Es handelt sich dabei um kalte und in Scheiben geschnittene Hirsetaler, die zu Kartoffel-Apfelsalat oder einem Rohkost-Teller passen. Das ist deftig, fruchtig und ein perfektes Vesper, wenn abgekochte Kartoffeln und Hirsetaler vom Vortag übrig sind. Mein falscher Hase ist schnell zubereitetes Futter und besonderes Kauerlebnis zugleich. Die Konsistenz der kalten Hirsetaler erinnert tatsächlich ans frühere Fleischfuttern, was den Umstieg auf die rein pflanzliche Ernährung erleichtert. Auch hilft mein kalter falscher Hase in der Kombination mit Salat und Sprossen bei der Umstellung auf Rohkost. Von einem Tag auf den anderen sollte man seine Ernährung nicht radikal umstellen und eine kleine Erinnerung an alte Konsistenzen tut einfach gut.

Für 4 Personen 2 Tassen Hirse nehmen und in einem Sieb die Bitterstoffe mit warmem Wasser auswaschen. Die Hirse in 3 bis 4 Tassen Wasser aufkochen, 5 Minuten köcheln und 10 Minuten ziehen lassen. Mit Kräutersalz würzen und eine Handvoll feine Haferkleie unterrühren. Diese Mischung so weit abkühlen lassen, dass man sich beim Formen der Taler nicht die Finger verbrennt. Nach ungefähr 5 Minuten ist die Masse gleichzeitig schön fest. Dann Taler formen und darauf achten, dass die Hirse fest zusammengedrückt wird, damit der falsche Hase in der Pfanne nicht zerfällt. Die geformte Hirse in Paniermehl aus Mais wenden. Wer es richtig kross mag, kann auch ungezuckerte Cornflakes noch in der Packung vorsichtig mit einem Wellholz zerkleinern und das zusätzlich mit in die Panade geben. Das Paniermehl sollte für Histamin-Intolerante ohne Hefe sein. In die Panade gebe ich noch je eine Prise getrockneten Oregano, Thymian und Rosmarin, Schwarzkümmel sowie ein wenig Kräutersalz. Den falschen Hasen solange in viel Bratöl brutzeln, bis er außen schön kross ist. Auf Küchenpapier ruhend ein wenig entfetten lassen.

Für den Salat gegarte, geschälte Kartoffeln und einen Apfel in Scheibchen schnibbeln. Die Salatsoße aus Apfelessig oder Cranberrysaft und Rapsöl mischen. Dazu einen Schuss Agavendicksaft, je nach gewünschter Süße, sowie eine gute Prise Kräutersalz.

Die Salatsoße lasse ich zunächst in Kartoffeln und Apfel einziehen. Jeder Kartoffelsalat muss schön “schlotzig” sein, das heißt, die Soße muss die Kartoffeln und auch die Apfelstückchen mit ihrer ölig-fruchtigen Konsistenz überziehen. Eventuell noch einen Schluck Saft oder Essig dazugeben und ordentlich vermengen. Bei der Kombination Kartoffelsalat — Hirsetaler nehme ich für die Salatsoße etwas weniger Öl als sonst, da das Ganze sonst zu fettig wird. Wenn die Soße zur Hälfte aus Essig oder Saft besteht, die andere Hälfte aus Öl, ist es optimal. Wer sich unsicher ist, nimmt lieber einen Schluck weniger Rapsöl für die Soße. Als Topping passen Basilikum und Schwarzkümmel. Das ist mein veganer falscher Hase mit Kartoffelsalat. Punkt. Oder mit Sprossen.