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Da ich Eier noch nie gut vertragen habe, den Geschmack von Rührei aber trotzdem vermisse, habe ich meinem Hungergefühl Abhilfe geschaffen und meinen veganen Joghurt kurzerhand zu einem rein pflanzlichen Rührei umfunktioniert, indem ich Kala Namak obenauf gestreut habe. Kala Namak ist ein Salz aus der ayurvedischen Küche, das mit einem indischen Volks-Heilmittel namens Salzkraut versetzt wird, welches Natriumkarbonat enthält. Durch ein aufwändiges Schmelzverfahren wird Natrium schließlich teils in Schwefelwasserstoff umgewandelt. Deshalb schmeckt Kala Namak wirklich nach Ei und gilt als “Superstar” in der veganen Küche. Als Topping passen natürlich frischer Schnittlauch, Schwarzkümmel und Keimlinge wie Alfalfa, Rotklee oder Sonnenblumen. Zusätzlich zieren mein falsches Rührei selbstgedörrte Buchweizenkeimlinge.

Junge Buchweizenkeimlinge (wenn der Keimling höchstens 5 Millimeter hat) können zu einem Topping-Produkt weiterverarbeitet werden.

Keimlinge wachsen lassen geht so: Vom geschälten Buchweizen, den man im Bio-Supermarkt oder im Reformhaus bekommt, gebe ich am Abend eine kleine Handvoll in ein Keimglas. Das Keimglas wird ganz mit Wasser gefüllt und der Siebdeckel zugeschraubt. Am Morgen wird das Wasser abgeschüttet. Der geschälte Buchweizen bildet beim Keimvorgang Schleim, deshalb spüle ich das Glas morgens drei Mal mit kaltem Wasser durch, solange bis der Schleim ausgespült ist. Der Buchweizen muss morgens und abends gespült werden. Er ist schon nach 1 1/2 bis 3 Tagen verzehrfertig.

Für die knusprigen Buchweizenkeimlinge werden sie in einem frühen Wachstumsstadium mit Kräutersalz und Olivenöl gewürzt und dann bei 41°C in den Dörrautomaten gegeben. Man kann auch frische Kräuter wie Basilikum dazugeben, um den Buchweizen zusätzlich zu würzen. Wenn der Buchweizen schön knusprig ist, hat der Dörrautomat sein Werk für diesen Tag getan, das dauert ungefähr 12 Stunden. In einem Schraubglas halten sich die Keimlinge lange im Kühlschrank und ich habe über Monate hinweg Vorrat.

Je nach der Anzahl an Einschüben Deines Dörrgerätes müssen die Buchweizenkeimlinge vorgezogen werden. Da ich aus ökonomischen Gründen einen Dörrautomaten mit 10 Einschüben habe, würde die Anzahl meiner Keimgläser für diese Menge gar nicht ausreichen. Deshalb gebe ich gleichzeitig unterschiedliche Lebensmittel in meinen Dörrautomaten. Beispielsweise lassen sich freie Dörrgitter schnell mit Süßkartoffelscheiben auffüllen, für meine geliebten Süßkartoffelchips, die sich ebenso gut bevorraten lassen wie die knusprigen Buchweizenkeimlinge.

Das Brot ist ein Essenerbrot aus Dinkelkeimlingen, das bei 40°C gedörrt wird und deshalb als Rohkost-Brot gilt. Wenn ich keine Zeit habe, selber welches herzustellen, lasse ich es mir von der Bäckerei Spiegelhauer liefern.