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Die Erdmandel wurde schon im alten Ägypten als Lebensmittel verwendet. Heute kennt man sie vor allem aus der spanischen Horchata de Chufa, der Erdmandelmilch mit Zimt. Erdmandeln sind die Früchte eines Sauergrasgewächses. Es handelt sich also nicht um Mandeln oder Nüsse, deshalb ist die Erdmandel für Allergiker so interessant (sie stärkt Immunsystem, Magen und Darm und wirkt sogar gegen Allergien durch das enthaltene Quercetin). Die Erdmandel heißt so, weil ihr Geschmack den Namensgeber an Mandeln erinnert hat. Ich finde, sie schmeckt weniger nach Nuss und viel mehr nach erdig kühler und saftiger Süße.

Für Nahrungsmittelsensible müssen die Erdmandeln (nicht nur, damit der Mixer sie besser zerkleinern kann) unbedingt über Nacht in Wasser eingelegt werden. Die Phytinsäure wird dadurch gelöst, die bei vielen Menschen fieses Zwicken im Bauch verursacht. Das heißt, ich befülle abends ein Keimglas zur Hälfte mit Erdmandeln und bis zum Glasrand mit Wasser, lasse sie 12 Stunden quellen, gieße das Einweichwasser am nächsten Morgen ab und brause die Erdmandeln nochmals gut mit kaltem Wasser durch. Dann kommen sie in einen Hochleistungsmixer (ich verwende den Klarstein Herakles 8G) zusammen mit frischem Wasser.  Bei wärmeren Temperaturen kann vor dem Mixen ein kleiner Teil des Wassers durch Eiswürfel ersetzt werden. Auf hoher Stufe gemixt entsteht eine sehr bekömmliche, feine Pflanzenmilch, die durch einen Nussmilchbeutel (am besten aus natürlicher Pflanzenfaser wie Hanf, wie etwa den von nectarbar) oder durch ein feines Sieb gegossen wird. Den im Beutel zurückbleibenden Trester (der in Kuchen oder Gebäck weiterverarbeitet werden kann) gut ausdrücken. Jetzt ist die Pflanzenmilch trinkfertig.

Wer sie gerne mit Zimt mag, kann eine Prise davon als Topping verwenden oder man gießt die Erdmandelmilch wieder in den Mixer, gibt etwas Zimt hinzu und mixt nochmals kurz durch. Wer Industriezucker aus seiner Ernährung gestrichen hat, den süßen Gaumen aber trotzdem verwöhnen mag, dem hilft dieses Getränk sehr (je mehr Erdmandeln desto süßer). Da ich diese Pflanzenmilch mehrmals pro Woche schlürfe und deshalb größere Mengen der Erdmandel auf Vorrat benötige, bestelle ich sie bei einem Bio-Saatgut-Erzeuger. Die vom Biohof Lex sind ungemein köstlich und süß.

Wer das Aminosäureprofil dieses Getränks vervollständigen mag (die Erdmandel liefert beispielsweise kein Tryptophan), der kann das mit über Nacht aktivierten Chiasamen tun (Chiasamen enthalten viel Tryptophan). Ich mache das meistens und gebe dazu abends einen Esslöffel Chiasamen in die dreifache Menge Wasser in ein kleines Schraubglas. Das schüttele ich über ein paar Minuten verteilt immer wieder kurz durch (damit die Chiasamen beim Quellen keine Klumpen bilden, denn das würde nicht schmecken) und stelle es verschlossen in den Kühlschrank. Am nächsten Tag gebe ich die Chiasamen in ein Trinkgefäß und gieße es mit viel Erdmandelmilch auf. Das wird durchgerührt und kann so ein zweites Frühstück sein.